Das Dicke Weib von Rottweil


 

Carneval in Rottweil 1899

Der Niedergang der historischen Fastnacht

Als die Narrenzunft Rottweil 1903 wiedergegründet wurde, stand die historische Fasnet an einem Tiefpunkt. In diesem Jahr hatte nämlich der Narrensprung noch aus ganzen neun Narren bestanden. Die Ursache dieses Niedergangs der historischen Fastnacht war das Vordringen des Rheinischen Karnevals und seine Favorisierung durch bürgerliche Kreise ab dem ersten Drittel des 19.Jahrhunderts.

1823 war der Kölner Carneval wieder etabliert worden im Wesentlichen aus romantischer Betonung deutschen Brauchtums. Wirkliche Relikte mittelalterlichen "Fastelovend-Brauchtums" hatten sich dort allerdings nicht erhalten. Die rheinische Art, jetzt Fastnacht zu feiern, strahlte auch bald nach Süddeutschland aus. Hier hatte sich jedoch im Gegensatz zum Rheinland eine Kontinuität der spätmittelalterlichen Fasnet bis ins frühe 19.Jahrhundert erhalten.

 

Fasnet 1899 : Wenig Narren beim Narrensprung

 

Carneval in Rottweil 1904

1828 nahmen sogar schwäbische Abordnungen am Kölner Karnevalszug teil. Diese Karnevalszüge waren vom Besitzbürgertum organisiert und waren stets thematischer Natur, zum Teil Demonstrationen des Frohsinns oder historischen Inhalts. Die schwäbisch-alemannische Fasnet hingegen war getragen vom einfachen Volk, meistens Handwerkern, das sich mit einem einmal angeschafften Narrenkleid ins Fasnetsgetümmel stürzte, einem Jahr für Jahr in gleicher Art wiederholten Ritual.

 

Das Bildungs-und Besitzbürgertum fühlte sich hier zwar nicht ausgeschlossen, aber zumindest unterrepräsentiert, weshalb bereits früh im 19.Jahrhundert Bestrebungen in allen südwestdeutschen Fastnachtshochburgen zu verzeichnen waren, die Fastnacht auch auf rheinische Art zu feiern, mit Saalfastnachten, historischen Umzügen mit Wagen frohsinniger oder auch polemisierender Thematik.

 

Der letzte historische Umzug 1910

Bei diesen kostspieligen Veranstaltungen konnte das einfache Volk nicht mithalten und war mehr oder weniger von diesen Fastnachtsvergnügungen ausgeschlossen. Ihm blieb die historische Fasnet vorbehalten. Allerdings entwickelten sich auch Mischformen zwischen beiden. In Rottweil zum Beispiel mischten sich bunt Harlekine und Bajazzos mit Federhannes, Gschell und Dominos. Das Zentrum aber bildeten jedoch auch in Rottweil mehr und mehr die carnevalesken Umzüge und die Saalfastnachten, Redouten und Reunionen mit jährlich wechselnden Verkleidungen.

Die württembergisch-protestantische Obrigkeit begünstigte diese Entwicklung, da ihr die historische reichsstädtische Fastnacht ohnehin ein Dorn im Auge war, zum einen weil die Rottweiler Bevölkerung mit der Fastnacht offensichtlich eine Erinnerung an die Unabhängigkeit der 1802 vergangenen Reichsstadtzeit verband, zum anderen aber auch aus pietistisch-protestantischen Gründen insbesondere wegen bestimmter obszöner Vermummer, der "sogenannten Schantle", die der bürgerlich-evangelischen Moralvorstellung des 19.Jahrhunderts nicht entsprachen. "Gemein" galt dem Bürgertum die überkommene Fastnacht. So verwundert es nicht, dass die Brauchtumsveranstaltungen des einfachen Volkes in der vom Bildungsbürgertum getragenen Literatur allenfalls eine Randerscheinung darstellen.

 

 

Inserat mit Ersterwähnung des Gullers 1861

 

 

Selbst in Anton Birlingers Werk "Volkstümliches aus Schwaben", 1862 in Freiburg erschienen, finden nur die durch ihre Zahl beeindruckenden Narren Erwähnung. Einzelfiguren fehlen ganz.Durch das Überhandnehmen des carnevalistischen Einflusses ging gegen Ende des 19.Jahrhunderts die Buntheit und Vielfältigkeit der reichsstädtischen Fastnacht verloren. Viele Narrenkleider wurden ins Umland verkauft, landeten in Sammlungen und Museen oder wurden schlicht vernichtet. Die Einzelfiguren gingen als erste verloren. Während das "Rössle", damals eine Einzelfigur, bereits 1821 in Carl von Langens "Beiträge zur Geschichte der Stadt Rottweil" Erwähnung findet, taucht Schiermeiers Guller erst 1861 in einem Zeitungsinserat auf.

Eduard Schmidt-Weißenfels

 

1877 erscheint in Berlin in der Trivialliteraturreihe "Eisenbahnunterhaltungen", vergleichbar etwa unseren heutigen Lore-Romanen als Band 107 eine Novelle des Wahl-Stuttgarters Eduard Schmidt-Weißenfels "Der Carneval in Rottweil" Das Treiben der damaligen Fastnacht hat hier eindeutig ein rheinisches Gepräge, allerdings fehlen nicht Bezüge zur historischen Fasnet: Es treten sogenannte Steckenmänner auf, die wohl Federhannes oder Varianten davon sein sollen. Und: Erstmalig wird das "Dicke Weib" erwähnt: einer der Teilnehmer schlüpft nämlich in die Rolle der "Riesendame". Die übrigen Einzelfiguren wie der "Lange Mann", der Bettelnarr und der Narrenengel werden erst 1909 in Eugen Ritters Schrift "Rottweils Fasnacht-einst und jetzt" genauer dargestellt.

Ein Dilemma.

Die wiedergegründete Narrenzunft stand also 1903 vor einem Scherbenhaufen. Fast alle Einzelfiguren, die das Bild der Fastnacht bunt gestaltet hatten, waren verschwunden - ja sogar von den "Standard"-Narren waren nur noch wenige vorhanden, teils nach auswärts verkauft, teils vernichtet. Bescheidene Reste waren in Privatsammlungen (Herrenkramer`scher Fundus) und Handwerker-Familien übrig. Eine Bestandsaufnahme von 1908 erwähnt noch den Bettelnarr in Privatbesitz. Langer Mann, Dickes Weib und Guller waren 1903 nicht mehr auffindbar, ja, man wusste nicht einmal mehr genau, wie sie ausgesehen hatten. Man war, mangels schriftlicher Dokumentation, auf die einzige Quelle angewiesen, die es noch gab: die mündliche Überlieferung. 1906 schließlich wurde in der Generalversammlung beschlossen, alle alten Einzelfiguren wiederzubeleben. Das künftige Programm beschrieb die Narrenzunft in der Presse so: "Die Narrenzunft ist bestrebt, nach und nach sämtliche Prunkstücke altrottweilerischer Narretei, die leider zum Teil in Altertumshallen und Museen ein stilles Dasein fristen, wenn nicht im Original, so doch in möglichst naturgetreuer Gestaltung neu erstehen zu lassen". Bis zum Ersten Weltkrieg wurde dieses Ziel noch konsequent verfolgt. Noch 1906 wurde der Lange Mann, von dem man über seinen ursprünglichen Aufbau so gut wie nichts mehr wusste, rekonstruiert. Die Figur kostete die Narrenzunft 20 Mark, damals eine stattliche Summe. Der Erbauer ist im Protokoll nicht erwähnt. Ähnliches galt vom bereits um 1884 wieder geschaffenen Narrenengel. Eugen Ritter beschreibt die damalige Problematik: "Man wusste vom Narrenengel nur noch, dass er einst buntscheckig gewesen sei."  1907 schließlich folgte ein Guller, bei dem man sich allerdings vor noch größeren Problemen mit der "Originalität" sah: Ursprünglich sei es, der mündlichen Überlieferung nach, lediglich ein Hahnenanzug mit ausgestopftem Sterz gewesen (Lambrecht nach Karl Dorn). Es wurde schließlich ein Hahn gebaut mit etwas übertriebenem Hahnenkamm, in die Figur wurde schlicht ein Schantle als Träger gesteckt. Offenbar gefiel diese Figur der Narrenzunft aber selbst nicht, so dass sie schließlich in den zwanziger Jahren ans Württembergische Landesmuseum verkauft wurde und ein neuer Guller in Auftrag gegeben wurde, die Larve dazu schnitzte zunächst Meister Muttelsee. Ein Bettelnarr wird im Bestandsverzeichnis von 1908 zwar noch erwähnt, scheint aber so unansehnlich gewesen zu sein, dass der Besitzer oder die Narrenzunft sich nicht entschließen konnten, die Figur wieder laufen zu lassen.

Schließlich hatten die Zeitläufe sich verändert, die Sache der Fastnacht war inzwischen schwieriger geworden: Zuerst der Erste Weltkrieg, die Niederlage, die Inflation, die Weltwirtschaftskrise, schließlich die Machtergreifung der Nationalsozialisten, erneute Kriegsvorbereitungen und Zweiter Weltkrieg, das Nachkriegsdesaster, die Aufbauphase der neuen Republik hatten der Zunft andere Sorgen beschert, als den Nachbau alter Figuren. Sie waren schlicht in Vergessenheit geraten. Es fehlten noch der Bettelnarr und das Dicke Weib. Dazu kam noch nach dem Ersten Weltkrieg eine Veränderung im Verständnis der Fastnacht. Seit dem Krieg hatten nämlich die Vorstellungen des Volkskundlers Eugen Fehrle und deutschnationaler Kreise sowie deren literarische Realisierung durch Hermann Eris Busse mehr und mehr an Einfluß gewonnen, dass die Fastnacht als Überbleibsel urgermanischen Frühlings-Brauchtums anzusehen sei, die sogenannte "Germanen Theorie". In dieser Vorstellungswelt hatten christlich-religiöse oder reichsstädtische Bezüge keine Bedeutung mehr. Dickes Weib und Langer Mann als Personifikationen von Fastnacht und Fastenzeit, sowie der Bettelnarr als Teil des reichsstädtischen Sozialsystems waren hier nicht gefragt. So wurde der Lange Mann, der 1906 noch mit Jubel begrüßt worden war und ganz selbstverständlich im Hauptumzug am Montag unter den historischen Narren mitlief (Fasnetsfilm von 1912) nach dem Ersten Weltkrieg in den Kinderumzug am Sonntag verbannt. Trotzdem wurde um 1919/20 von unbekannter privater Seite versucht, ihm wieder eine Partnerin an die Seite zu stellen. Aus finanziellen oder technischen Gründen wurde daraus aber kein Dickes sondern lediglich ein leichter und billiger zu bauendes Langes Weib.

 

Die Rittersche Schrift von 1909

 

Schiermaiers Guller  in der Ausführung von 1907, verkauft an das Württembergische Landesmuseum, vernichtet bei einem Bombenangriff 1944

 

 

Das Lange Weib oder die Lange Tante in Oberndorf um 1950

Die Lange Tante in Oberndorf um 1990

Der Seyfried`sche Narrenmarsch

 

Ältere Rottweiler erinnern sich noch daran, dass in den zwanziger Jahren ein Weib neben dem Langen Mann existierte (Frau Alice Lang). Seinen Niederschlag hat diese Tatsache im Seyfried`schen Narrenmarsch von 1921 gefunden, wo der Lange Mann und das Lange Weib (nicht das Dicke Weib) besungen werden. Aber auch dieses Paar hatte bei "germanischer" werdenden Zeitläufen keinen Erfolg mehr. Schließlich wurde das Lange Weib nach Oberndorf an den Schriftführer der dortigen Narrenzunft, Karl Haibt, verkauft, der es am 20.10.1927 der Oberndorfer Narrenzunft schenkte. Es läuft seither dort im Kinderumzug als "Langes Weib" oder "Lange Tante"

Das Riesenpaar von Rottweil

Nach Eugen Ritters und Anton Kampitschs Angaben, die auf mündlicher Überlieferung basieren, klopften am Montag frühmorgens Dickes Weib und Langer Mann an die Fenster im ersten Stock der Narrenhäuser und weckten die Narren. Paarweise Figuren treten an der Fastnacht nicht nur in Rottweil auf. In Italien finden sich Personifizierungen des "Carnevale" als dicken Mann und der "Quaresima", der Fastenzeit, als einer dürren Frau. Der Geschlechtertausch folgt logisch aus dem Sprachlichen: die Fastnacht ist im Deutschen weiblich, während im Italienischen der "Carnevale" männlich daherkommt. Bekannt ist das Bild von Pieter Brueghel d. Ä. "Kampf der Fastnacht gegen die Fasten", der Fastelovend, die dicke Figur, ist im Niederländischen männlich, wie im Italienischen.

Pieter Brueghel 's d. Ä. "Kampf des Fastelovend gegen die Fasten"

 

Narrenmutter  des Ambraser Teller

Die Personifizierung der Fastnacht durch ein Dickes Weib überschneidet sich mit der Vorstellung der Narrenmutter, der Mutter aller Sünden, die im ausgehenden Mittelalter in der Regel als fettes Weib dargestellt wird, oft umgeben von ihren Söhnen, den sieben Todsünden. Dargestellt so auf dem Ambraser Narrenteller 1528. Auch die bekannte Narrenmutter auf der Kirchenstuhlwange von 1703 im Heilig Kreuz Münster in Rottweil ist nichts anderes als ein Dickes Weib.

Narrenmutter auf Kirchenstuhlwange

 

Die Konstruktion des Dicken Weibes

Während der Lange Mann literarisch erst 1909 dokumentiert wird, findet sich das Dicke Weib bereits 1877 erwähnt als "Riesendame". In beiden Zitaten ist jeweils nichts über die Bauart gesagt. Möglicherweise sind Kosten und Dimensionen die Ursache, warum 1906 nur der Lange Mann realisiert wurde und nicht auch das Dicke Weib, obwohl beide stets gemeinsam erwähnt werden. Sowohl in der Ritterschen Schrift von 1909 als auch im Seyfried`schen Narrenmarsch von 1921 und schließlich in der Kampitsch`schen Schrift von 1928 werden immer Langer Mann und Dickes Weib gemeinsam erwähnt. Sie gehören zusammen wie Max und Moritz. Vermutlich waren sie in der alten reichsstädtischen Fastnacht in "Partner-Look"-Aufmachung.

Der Lange Mann wurde 1906 mit den technischen Mitteln der damaligen Zeit realisiert, die "alte" Ausführung war ja in Vergessenheit geraten. Auf einem Mannesmann-Stahlrohr mit Teleskopverlängerung wurde ein Ringsystem befestigt zur Festlegung der Außenkontur von Rock und Mantel, der Kopf war aus Pappmachè. Die technischen Probleme beim Bau des Langen Mannes oder des Gullers sind jedoch relativ gering, verglichen mit denen des Dicken Weibes. Der Lange Mann ist mit seinen 3,50m, die je nach Muskelkraft und Standfestikeit seines Trägers auch auf 4,20m ausgefahren werden können (Teleskopmechanismus) zwar nicht leicht zu tragen, da er aber mit 85cm Durchmesser vergleichsweise dünn ist, bietet er keinen so großen Luftwiderstand wie ein prospektiertes Dickes Weib mit 2,80m Länge und immerhin 1,80m Dicke, die eine erhebliche "Segelwirkung" hat. Es war, da so eine Figur durch keine Tür zu bringen ist, zunächst eine Art Schirmmechanismus geplant, mit Stäben und Gelenken, wie bei einem Regenschirm. Da wegen der Segelwirkung und anderer Einflüsse aber auch mit einem Sturz gerechnet werden muss, wäre der Schirmmechanismus zu anfällig gegen Verklemmen. Es wurde deshalb eine Bauart ähnlich dem Langen Mann mit einem Ringsystem favorisiert. Verwendet wurden schließlich Ringe aus Federstahl, die die Außenkontur des Dicken Weibes vorgeben und deren Abstände durch vernietete Rolladenbänder fixiert sind. Damit war eine rotationssymmetrische Form vorgegeben.

Langer Mann, Dickes Weib und Erstgeborenes an der Fastnacht 2006

 

Das Dicke Weib im Kinderumzug 2006

 

Da das Dicke Weib jedoch auch Merkmale der Feistheit, wie prominente Brust und breites Gesäß haben sollte, wurden auf die Ringe Federstahlvorwölbungen in Höhe von Brust und Gesäß aufgenietet. Damit durch diese Asymmetrien aber die Zentralachse der Ringe nicht verschoben würde, wurden die Ringe durch Abstandshalter locker mit der Zentralachse verbunden. Die Zentralachse besteht aus einem 50mm starken Fiberglasrohr und ist damit wesentlich leichter als das dicke und schwere Mannesmann-Stahlrohr des Langen Mannes. Durch die vielen Federstahlringe, den Holzkopf und die sehr umfangreiche Stoffmenge, die bei Regen und Schneefall noch zusätzlich Wasser aufnimmt, ist das Gewicht insgesamt mit ca. 35kg wesentlich höher als beim Langen Mann. Anfängliche Trageversuche wurden deshalb abgebrochen und eine Schiebevorrichtung mit vier großen, einzeln blockierbaren Rädern aus rostfreiem Edelstahl gebaut.
Die Anordnung hat zentral einen Edelstahlköcher, der das Fiberglasrohr aufnimmt und in dem das Rohr samt Kopf drehbar ist. Eine Edelstahlplatte mit runden Aussparungen zur Aufnahme von Sektflaschen verwandelt das Innere des Dicken Weibes in eine veritable Mini-Bar. Zur besseren Steuerbarkeit wurde in Brusthöhe des "Steuermanns" ein Aluminium-Querträger mit seitlichen Handgriffen abnehmbar fixiert, der einen weit besseren Hebelarm ermöglicht. Der Kopf wurde, um dem Langen Mann optisch und technisch entgegenzukommen, zunächst ebenfalls aus Pappmachè verfertigt, die Außenhaut mit einer Glasfaserschicht und Kunstharz stabilisiert. Trotzdem kam es im harten Winter 05/06 zu Frostrissen im Pappmachè, sodaß jetzt ein geschnitzter Holzkopf verwendet wird. Mit dieser Schiebevorrichtung kann das Dicke Weib den Kopf nach allen Seiten drehen. Verbeugungen vor dem Publikum sind möglich durch Blockieren der beiden vorderen Räder und Kippen der Figur über diese beiden feststehenden Räder. Ebenfalls angelehnt an den Langen Mann, sozusagen im Mi-parti-Partnerlook und unter Berücksichtigung des Ambraser Tellers wurde das Kleid im kräftigen Rot der Krause des Langen Mannes gehalten. Umgekehrt ist die Krause des Dicken Weibes blau, wie der Rock des Langen Mannes. Dasselbe Blau kehrt wieder in der Schürze des Dicken Weibes. Ein Sichtnetz in Höhe der Schürze ermöglicht die Orientierung für den "Steuermann" Die Zentralachse ist aus Kopf und den Ringfixierungen herausziehbar, wobei die ganze Figur dann in sich zusammenfällt und allenfalls noch 50 cm hoch ist bei einem Maximaldurchmesser von 1,80m. Dieses Gebilde geht noch gut durch eine normale Tür.

Dickes Weib mit Narrenbaby und im Kinderwagen Erstgeborenes kleines Dickes Weib

 

Dickes Weib (noch mit Pappmachèkopf) mit Narrenkind

 

Die Wiederauferstehung des Dicken Weibes wurde im Ausschuß der Narrenzunft zunächst sehr kontrovers diskutiert und gipfelte zuletzt in persönlichen Animositäten. Bei der Abstimmung, ob das Dicke Weib zusammen mit dem Langen Mann in den historischen Hauptumzügen in der Kindergruppe mitlaufen sollte, kam es zu einem Patt, sodaß satzungsgemäß der Antrag abgelehnt war. Vorerst läuft das Dicke Weib also zusammen mit dem Langen Mann nur im Kinderumzug am Sonntag und hat damit eine ähnliche "Sonderstellung" wie der Bettelnarr, bei dem der Ausschuß sich ebenfalls nicht zu einer formalen Anerkennung durchringen konnte. Trotzdem - nachdem auch der Bettelnarr wieder seine Rolle gefunden hat, ist die Zahl der Rottweiler Narrenfiguren wieder komplett und der Auftrag der Narrenzunft von 1906 erfüllt.
   

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